Kleingärtnerverein
Remscheid - Reinshagen e. V.

 

Vereinsgeschichte 

 

 

 

1920
Gründungsversammlung am 04.01.1920 (s. Ablichtung).

 Das städtische Kleingartenamt bat dann auch darum, ein Mitgliedsverzeichnis aufzustellen. Der Gartenfreund Hallerbäumer erstellt dieses Verzeichnis und erfasste 180 Mitglieder.
Die Gärten befanden sich auf einem Privatgrundstück der Fa. Wolter und Bertram an der Walburgstr. Ein Herr Kipper stellt sein Grundstück an der Küppelsteiner Str. zur Verfügung (420 Quadrat-Ruten). ‚Schon im ersten Jahr der Vereinsgründung beginnen die Fachberatungen. Es besteht großes Interesse.
Hauptlehrer Bolton hält einen Vortrag über Krankheiten der Kartoffelpflanzen. Die Kegelbahn in der Gaststätte Sachser ist dazu voll besetzt.

Für die Speisekartoffel muß ein Preis von 35,- Mark ja Zentner gezahlt werden. Bei einer Nachlieferung werden sogar 42,- Mark je Zentner gefordert. Um den Preis aber so günstig aushandeln zu können, sind den Bauern Kartoffelsäcke zu liefern. Säcke fehlen aber.
Also kauft der Verein beim Schlachthof zum günstigen Preis Sackleinen und bittet die Frauen des Vereins daraus Kartoffelsäcke zu nähen.

Der Gartenbauverein Vieringhausen überlässt dem Gartenbauverein Reinshagen einen Eisenbahnwagen voll Kalk. Verkaufspreis an die Mitglieder 14,- Mark je Zentner.

Auch Äpfel werden im Großeinkauf besorgt. Zwei Gartenfreunde haben im Raum St. Goarshausen 220 Zentner Äpfel gekauft. Der Transport erfolgt mit der Eisenbahn bis Bahnhof Güldenwerth. Verkaufspreis: 95,- Mark je Zentner.

Im Dezember gehören dem Verein 217 Mitglieder an.


1921
Der Verein erhält durch Sammelbestellung 30 Zentner Pflanzkartoffeln „Graziosa“.
75,- Mark je Zentner.
Fachberatung: Komposthaufen.
Der Jahresbeitrag wird auf 10,- Mark erhöht (einschließlich des Bezugsgeldes für die Gartenzeitung). Kipper verlängert den Pachtvertrag um weitere 2 Jahre und bietet weitere 90 bis 100 Quadrat-Ruten Land an, die an das bestehende Gartenland anschließen.
Auf dem Gartenfest im „Schloß Küppelstein“ werden 600,-Mark für den Verein erwirtschaftet. Die Schule Reinshagen ist Grundsätzlich Versammlungslokal. Es werden Preise für gute Gartenpflege vergeben. Dazu werden folgende Beurteilungspunkte festgelegt:

1. allgemeiner Eindruck                          15 Punkte
2. frei von Unkraut                                  15 Punkte
3. Wege                                                10 Punkte
4. Aufteilung und Bepflanzung                 15 Punkte
5. frei von Krankheiten                            15 Punkte
6. Obstanbau und Blumenzucht              15 Punkte
7. Gartenhaus und Zaun                          15 Punkte

Insgesamt können 100 Punkte erreicht werden.

Vergebende Preise:
1. Preis  über   90 Punkte                          1 hochstämmige Eberesche
2. Preis  über   85 Punkte                          1 Birnpyramide
3. Preis  über   80 Punkte                          1 Apfelbusch
4. Preis  über   75 Punkte                          1 Hochstamm-Stachelbeere
5. Preis  über   60 Punkte                          2 Beerenstäucher
6. Preis  unter  60 Punkte                          1 Stauch schwarze Johannisbeere


1922
Auf der Gartenbauverbandssitzung wurde ein Gasapparat empfohlen, der sich vorzüglich für die Vertilgung der Wühlmäuse bewährt haben soll. Auch mit Zuschuß durch die Stadt muß der Verein noch 150,- Mark für die Anschaffung des Gerätes aufbringen. Ein Gartenfreund übernimmt die Vergasungsaktion.
Es wird ein Mitglied gewählt, daß den Verein auf den Verbandssitzungen regelmäßig zu vertreten hat.
Ein Zentner Pflanzkartoffel kostet 150,-Mark. Es werden 200 Zentner bestellt.
Erstmals werden protokollarisch Gartenpazellen an der Tannenstr. erwähnt.
Gartenfreunde, die mehr als eine Parzelle bewirtschaften, werden aufgefordert, diese zweite Parzelle abzugeben.
Vom Landwirt August Mecking pachtet der Verein Land (abgeholzte Waldparzelle unterhalb der Fa. Gottlieb Wilms), um weitere Gartenfreunde unterbringen zu können.



1923
Der Oberlandvermesser Brauns hat das Mecking´sche Grundstück in 20 Parzellen ausgemessen. Dafür werden 8600,-Mark Gebühren berechnet. Dieser Betrag wird auf die Mitglieder umgerechnet und eingezogen. Herr Brauns stellt jedoch den Betrag für arme Familien zur Samenbeschaffung zur Verfügung. Der Jahresbeitrag wird auf 100,-Mark erhöht.
Die Gartenfreunde an der Tannenstr. bleiben noch pachtfrei, an der Küppelsteiner Str. werden 3,-Mark je Quadratmeter jährlich erhoben.
Die Vereinskasse ist nicht mehr betriebsfähig. Es wird am 09.09.23 beschlossen, dass jedes Mitglied (außer einigen Witwen) bis zum 12.09.23 je 100.000,-Mark und bis zum 25.09.23 je 1.000.000,-Mark in die Vereinskasse einzuzahlen hat.
Die wirtschaftliche Not wird größer. Für Erwerbslose wird eine Volksküche in der Mädchenberufsschule in der Blumenstr. von der Stadt eingerichtet. Vom Verband geht die Bitte an alle Gartenbauvereine, diese Wohlfahrtstelle durch Überweisung der erforderlichen Gewürzpflanzen (Sellerie und Porree) zu unterstützen. Daraufhin werden Sellerie und Porree im Verein gesammelt und bei der Volksküche abgegeben.
Der Verein beteiligt sich trotz der Not noch an einer Ausstellung in der Stadtparkhalle.
7. Preis für den Verein – Diplom vom Bezirksverband. Einzelaussteller Büdecker erhält den höchsten Preis – eine Medallie von der Landwirtschaftskammer der Rheinprovinz.



1924
Kassenbestand am 13.01.1924   –   1 Billion Mark (1.000.000.000,-). Die Geldwertung war für die Vereinskasse vernichtend. Für die Monate Januar – März wird ein Monatsbeitrag von 20 Pfennig beschlossen. Ab April werden 30 Pfennig erhoben.
Die Monatsversammlung im März musste ausfallen weil die Erlaubnis dazu von der französischen Besatzung nicht vorlag. Später wird ein Ausflug zum Gartenverein Wermelskirchen zum 01.08.1924 beschlossen. Abmarsch morgens um 6.00 Uhr von der Schule Reinshagen.
Es sickern Gerüchte durch, dass die Stadt den Sportplatz Reinshagen „Kampfbahn am Ehrenhain“ vergrößern möchte. Dazu soll Gartenland geopfert werden. Der Verein protestiert schriftlich beim Oberbürgermeister und bei den Parteiführern. Trotzdem: 17 Gärten mussten abgegeben werden.

Wenn Krebs an Früchten im Garten festgestellt wird, dann ist dies dem Verein mitzuteilen. Diese Parzellen sind dann dem Gartenamt und der Polizei zu melden. Besonders der Kartoffelkrebs bereitet große Sorgen.



1925
Die Gartenanlage an der Tannenstr. ist nicht mehr voll besetzt. Man verhandelt mit der Fa. Ibach (Verpächter), um auch nur den halben Pachtpreis zahlen zu müssen.
Der Verein teilt der Polizeiverwaltung in Remscheid am 03.08.1925 mit, dass in der neuen Turnhalle zu Reinshagen eine Gartenausstellung vom 29.bis 31. August abgehalten werden wird.
Der Verein bemüht sich bei der Stadt um Anerkennung (Pachtvertrag) von Kleingarten-Dauerland; zunächst für 70 Gärten a 30 Ruten.
Am Ende des Jahres gehören dem Verein 150 Mitglieder an.


1927
Bei einem Besuch eines Gartenbauvereins in Solingen wird erfahren, dass dort jährlich von jedem Mitglied „Pflichtarbeitsstunden“ zu leisten sind. Man überdenkt diese Reglung im Vorstand und beabsichtigt, diese Maßnahme auch in Reinshagen einzuführen.
Es soll ein Kinderspielplatz eingerichtet werden. Der Verband Rheinland wird um finanzielle Unterstützung gebeten.
Am Ende des Jahres gehören dem Verein noch 50 Mitglieder an.
Das Kleingartenamt fordert den Verein auf, die Sauberkeit in den Anlagen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Besonders am Wege „Stadion-Schule“; Abfälle werden dort abgeladen. An der Reinshagenerstr. ist das Gras zu mähen und die Sträucher sind zu beschneiden.
An der Wallburgstr. sind 11 Gärten zu räumen. Den betroffenen Mitgliedern kann durch Umsetzung geholfen werden.


1928
Gemeinschaftsarbeit wird eingeführt. Jedes Mitglied ist verpflichtet an den gemeinsamen Arbeiten, die gewöhnlich am Samstagnachmittag ausgeführt werden, sich bis zu zwei Stunden zu beteiligen. Nichtteilnehmer an diesen gemeinsamen Arbeiten haben pro Stunde 0,40 Mark an die Vereinskasse zu zahlen. Kranke, die ihrem Beruf nicht nachgehen können, Witwen und Invaliden sind von den Arbeiten befreit.


1929
Lt. Jahresbericht gehören zum Verein noch 49 Gärten.
Es wird damit begonnen, im Gelände eine Wasserleitung mit Anschluß an das öffentliche Netz zu legen. Entstehende Kosten werden durch Umlage erhoben (5,-Mark je Mitglied).
Der Jahresbeitrag wird von 3,60 Mark auf 4,-Mark erhöht.
Die nachbarschaftlichen Beziehungen zum Solinger Verein werden durch ein gemütliches Beisammensein mit Fahnenweihe und Gesang gepflegt.
An mehr Gemeinsamkeit wird appeliert
(Gemeinschaftsarbeit, Festausschuß, besserer Versammlungsbesuch).



1930
Infolge des Wassergeldes wird der Jahresbeitrag von 4,- Mark auf 5,-Mark erhöht. Das Sommerfest wird mit der Westhausener Feuerwehrkapelle gefeiert. Der Überschuß wird für die abschließende Verlegung der Wasserleitung verwendet. Auch Zäune und Wege sind noch herzurichten. Die Materialkosten dazu werden von den Mitgliedern anteilmäßig erhoben.
Im Gartengelände sind bislang 14 Lauben errichtet.


1931
Die Bereitschaft zur Gemeinschaftsarbeit ist ein immer wieder zu behandelndes Thema. Das Vorhaben, über Gruppenarbeit mit gewählten Gruppenführern die Gemeinschaftsarbeit besser in den Griff zu bekommen, ist gescheitert.
Bauten jeder Art im Gartengelände sind meldepflichtig.


1939
In der Jahreshauptversammlung am 15.01.1939 wird gerügt, dass der Schriftführer in den Jahren 1932 bis 1938 das Protokollbuch nicht geführt hat. Der verantwortliche Schriftführer wird nunmehr von der ehrenamtlichen Vereinsarbeit ausgeschlossen. Ein Neuer wird bestimmt.
Es wird protokolliert, das die Versammlungen nun mit einem 3fachen Sieg-Heil auf den Führer und auf Volk und Vaterland geschlossen werden. Ein Parteigenosse wird zum Obstbaumwart bestimmt, während „Jobst“ aus parteipolitischen Gründen abgelehnt wird.
Der Friedhofsgärtner Kremer bekommt die Genehmigung, einen halben Garten zu pachten und ihn mit Dahlien zu bepflanzen. Auch zum Wehrdienst eingezogene Gartenfreunde haben vollen Beitrag zu entrichten. Dieser kann aber auf Anfrage von der Heeresverwaltung erstattet werden.
Es wird ein verstärkter Gemüseanbau empfohlen; auch zur Kaninchenzucht wird angeregt.
Mitglieder, die dem Verein 10, 20, 25 oder 30 Jahre angehören oder 15 Jahre im Vorstand tätig waren, werden mit einer entsprechenden Ehrennadel geehrt.
Da das Gartenheim von der Wehrmacht belegt wurde, ist das Vereinsleben wesentlich eingeschränkt worden.


1940
Dünger und Torf werden kaum noch geliefert.
Die Wehrmacht hat Vorrang.


1941
Bei Versammlungsbeginn wird stets erst den Toten des 1. Weltkrieges, des jetzigen Krieges, der Nationalsozialistischen Bewegung und der des eigenen Vereins gedacht.
Dann trat man erst in die Tagesordnung ein.
Saatkartoffeln werden nur noch gegen Vorlage eines Bezugsscheines ausgegeben.
Als Vermögenswerte des Vereins werden aufgeführt: Heim 76,67 RM
                                                                            Einrichtung 47,06 RM
Vom Reichsbund wird je Mitglied eine Unfallversicherung abgeschlossen. Der Jahresbeitrag wird entsprechend angehoben.
Monatsversammlungen fanden im Jahre 1941 nicht statt.


1942
Beschaffung von Dünger, Kalk, Sämereien, Pflanzkartoffeln und Torf wird immer schwieriger. Der Verein erhält 8 Ballen Torf für die Kaninchenhalter. Einkochgläser können nicht beschafft werden. Jedes Mitglied erhält für 28 Pf ein Päckchen Zwiebelsamen und für 10 Pf ein Päckchen Süßstoff.



1943
Durch Sammelbestellung können für die Mitglieder noch 120 Zentner Kalk, 5 Zentner Kunstdünger, Zaunpfähle und Gartensämereien beschafft werden. Die Kaninchenhalter und die Mitglieder, deren Gärten durch Bombentrichter in Mitleidenschaft geraten waren, erhalten
Eine beschränkte Menge Torf.
In der Hoffnung auf eine baldige Beendigung des Krieges wird die Jahreshauptversammlung geschlossen.



1945
Am 07.09.1945 wird nach einem Vorwort des Aktionsausschusses ein neuer Vorstand gewählt. Gartenfreund Engel wird einstimmig zum Vorsitzenden wieder gewählt.
Einem Gartenfreund wird auf unbestimmte Zeit das Gartenheim als Wohnraum überlassen.
Diebstähle im Garten durch Vereinsmitglieder werden mit Vereinsausschuß geahndet.


1946
Saatgut und Düngemittelbeschaffung bereiten große Schwierigkeiten. Eine Tabakfabrik aus Kaldenkirchen sendet dem Verein eine Broschüre zur Information über die Verarbeitung von selbstgezogenem Tabak.
Bei der Militärregierung wird beantragt, dem Verein einen Ausweis auszustellen, damit von je zwei Gartenfreunden während der Sperrzeit (Nachts), infolge ständiger Diebstähle, Wachdienste im Gelände durchgeführt werden können.



1947
Mit Rücksicht auf die Kälte und den Mangel an Brennmaterial wird die Jahreshauptversammlung auf Mitte März verlegt.



1948
Die Währungsumstellung auf DM (Deutsche Mark) macht den Verein mittellos.
Eine Umlage von 2 DM je Mitglied wird beschlossen.



1949
Am 30.01.1949 wird im Heim eine Bestandsaufnahme gemacht. Obwohl das Gartenheim im Krieg von der Wehrmacht genutzt und nach dem Krieg als Wohnung gedient hat, war das Inventar vom Messer über Teller und Zuckerzange bis Stühle und Tische fast vollständig vorhanden.
Im September wird das erste Gartenfest nach dem Krieg gefeiert.



1951
Ein Lagerschuppen wird ans Heim gebaut. Der Verein beschafft einen Entsafter und einen Krauthobel und verleiht die Geräte an die Mitglieder.
Ebenso wird ein pH-Meter zur Messung der Kalkwerte im Boden gekauft, für 10,50 Mark.



1952
Das Gartenheim wird renoviert. Die Frauen haben sich besonders verdient gemacht. Dazu werden 30 neue Stühle beschafft und eine neue Heimtür mit Glasüberdachung wird eingebaut.
Nun folgen regelmäßig Volksfeste ( früher Sommerfeste genannt). Das Hahnenköppen am toten Objekt (und mit Draht) ist teilweise ein besonderer Höhepunkt der Feste.


1953
Es wird bemängelt, dass bei Veranstaltungen im Stadion die Gartenwege mit Autos zugestellt werden. Mit Verbotsschildern soll Abhilfe geschaffen werden.
Die Wühlmausbekämpfung wird in den Fachberatungen ausführlich behandelt.
Der Verein kauft Fallen. Dazu erfolgt eine besondere Schulung.


1955
Das Dach des Gartenheims wird völlig erneuert.
Auch der Lagerschuppen wird vergrößert.


1956
Das Gartenheim wird innen renoviert (Fußboden erneuert, Wände tapeziert, neue Beleuchtung installiert und zwei neue Garderobenständer angeschafft). Auch Fensterläden werden montiert. Der Boden im Lagerschuppen wird befestigt (betoniert).


1958
Für das Gartenheim werden ein Fernsehgerät und ein Radio gekauft. Eine Einbruch und Diebstahlversicherung für das Heim wird abgeschlossen.
Der Verein beklagt den „Schandfleck Schulgarten“  der Schule Reinshagen. Darauf sagt die Stadt zu, den Schulgarten im Jahre 1959 wieder in Ordnung bringen zu lassen.


1959
Der Verein hat die Eintragung „Kleingärtnerverein Remscheid-Reinshagen e. V.“ in das Vereinsregister beantragt. Ebenso wurde die Gemeinnützigkeit beim Regierungspräsidenten in Düsseldorf beantragt.
Für Bauzwecke wurde eine Parzelle von 600 qm aus dem Gelände des Vereins herausgenommen. Dieses Gelände wurde vom Friedhofsgärtner gewerblich genutzt und konnte daher für eine kleingärtnerische Nutzung nicht gehalten werden. Bauland für einen aus dem Stadtgebiet ausgelagerten Steinmetz.
Nach Anschaffung eines Tonbandgerätes treten Schwierigkeiten mit der GEMA in Köln auf.
Ein Rechtsgutachten wird über den Kreis- und Landesverband angefordert (Dr. E Sackers).


1960
Das Gartenamt teilt mit:
Bezug: Antrag auf Dauerland
Vom Standpunkt der Ortsplanung kann dem Antrag nicht zugestimmt werden. Das Gelände ist im Änderungsplan zum Leitplan als Kleingarten ausgewiesen. Ein unter Anregungen und Bedenken zu dieser Ausweisung eingegangener Vorschlag möcht eine Umwandlung in Wohngebiet. Die Entscheidung hierfür muß abgewartet werden.


1963
Zum Verein gehören 50 Einzelgärten


1965
Am 20.03.1965 wird das 45 jährige Bestehen gefeiert.
Auch erste Verhandlungen über die Verlagerung der Gartenanlage (als Dauerland) zum Gelände „Bornstal, Flur 173, Nr. 54, ca 20.000 qm“ werden geführt.
30.000,-DM Landeszuschuß wurden von der Stadt beantragt. Am 11.11.1965 wird bereits der Vergleich geschlossen, dass das alte Gartengelände (19.000 qm) am Stadion zum 30.04.1966 geräumt und das neue Gartengelände im Bornstal zum 30.04.1966 bezogen werden soll. Die Kleingärtner erhalten eine Entschädigung für Aufwuchs und Gartenlauben. Der Verein bekommt eine Entschädigung für das Heim.


1966
Das Gelände Bornstal wird parzelliert.
60 Parzellen sind vorgesehen.

1968
Die Gartenanlage Bornstal wird seit dem 01.01.1968 bewirtschaftet.
Auch ein Kinderspielplatz ist angelegt worden.
Der Generalpachtvertrag wurde am 31.12.1967 unterschrieben.
Flur 173, Parzelle 54, 18900 qm, Laufzeit vom 01.01.1968 bis 31.12.1987,
Pachtpreis: 0,02 DM  je qm/jährlich.
Die Umsiedlung des Vereins hat leider bewirkt, dass von 50 Mitgliedern nur 4 Mitglieder ins neue Gelände mit umgezogen sind.


1974
Das Gartenheim in der Gartenanlage Bornstal wird am 09.03.1974 eingeweiht.
Bauzeit: 1970 bis 1974, Kosten: rd 28.600,-DM ohne die erbrachte Gemeinschaftsarbeit.
Die Mittel wurden zu 95 % vom Verein aufgebracht. Versammlungsraum 104 qm.
Das Gartenamt erteilt die Genehmigung, die Seitenwände der Gartenlauben mit Eternit oder Rocktexplatten zu verkleiden.



1975
Die Gemeinschaftsarbeit wird jährlich auf 15 Stunden festgelegt.
In 8 Gartenlauben wurde eingebrochen. Aber welch ein Wunder, die Einbrecher und Diebe konnten schnell ermittelt werden.
Der Verein hat je Mitglied 20,-DM Jahresbeitrag an den Kreisverband abzuführen.
Dem Verein gehören 38 aktive Mitglieder an.
Im Gartengelände halten sich regelmäßig 7 Katzen auf. Wegen der Verunreinigung auf Beeten und auf dem Kinderspielplatz werden 5 Katzen ins Tierheim abgegeben.
Alle Gartenlauben haben einen Stromanschluß. Die Sicherung darf nicht stärker als 6 Amp. sein.


1978
Die Kleingärtner fühlen sich wie vom Blitz getroffen. Die Kleingartenanlage Bornstal ist nicht im Flächennutzungsplan eingetragen, obwohl seit 1968 ein Generalpachtvertrag besteht. Und nun wird lt. Planung die neue Trasse für die B 229 N durchs Gartengelände geführt.
Wenn die Planung Wirklichkeit wird, dann kann das Gelände kleingärtnerisch nicht mehr genutzt werden. Der Verein wehrt sich. Eine mühselige Kleinarbeit beginnt. Am 03.12.1978 spricht der CDU Bundesabgeordnete im Gartenheim zu diesem Thema.


1979
Der PKW-Parkplatz neben dem Heim wird ausgebaut ( befestigt und erweitert).


1980
Die Gartenfeste werden nicht mehr in regelmäßiger Jahresfolge abgehalten. Aber das Gartenfest am 17./18. Mai war ein besonderer Erfolg. 6639,08 DM wurden als Überschuß erwirtschaftet. Kinderspielgeräte, Tischtennisplatte usw. können nun angeschafft werden.


1981
Nach einer Vorgabe der Stadt, dürfen den Gartenlauben keine Fäkaliengruben angeschlossen sein. Die Gartenfreunde haben dies schriftlich anzuerkennen. Trockenklo (und Entsorgung über den Komposthaufen) ist gestattet.
Der Jahresbeitrag für den Bundes-, Landes- u. Kreisverband wird um 3,--DM auf 26,--DM erhöht.


1982
Die Stadt erhöht den Pachtzins von 0,02 DM auf 0,10 DM jährlich je Quadratmeter.
Die Gartenfreunde sind empört.
Der Ausbau der B 229 N ist immer noch nicht vollständig zu den Akten gelegt.


1989
Erhebliche Beschädigungen entstehen durch einen Tankwagen am Hauptweg im Gelände weil infolge eines Ölunfalls das Regenrückhaltebecken leer gepumpt, und das verschmutzte Wasser abgefahren werden muß.

                                                                                                                 
1990
Der Stadt erhebt den Pachtpreis erneut, und zwar auf 0,20DM je Quadratmeter Jährlich.
Seit 1980 fand kein Sommerfest mehr statt. Ein Festausschuß wird gebildet um es in diesem Jahr mal wieder zu versuchen. Es gelingt aber nicht wegen ein paar bösen Worten der Gartenheimpächterin zu den Kleingärtnern.


1993
In der Mitgliederversammlung wird beschlossen, für nicht geleistete Gemeinschaftsstunden, 20,--DM (anstatt 10,--DM) zu zahlen, da einige Gartenfreunde lieber 100,-- DM zahlten, und dafür keine Gemeinschaftsstunden machten.


1994
Das Verbrennen von Gartenabfällen wird, obwohl von der Stadt an 2 Tagen die Woche geduldet, vom 1. Mai bis zum 31. August verboten. Alle Gartenfreunde halten sich daran.


1995
Die Stadtwerke teilten dem Verein mit, das von Januar bis Mai bereits 2085 Kubikmeter Wasser verbraucht wurden. In der Gartenanlage werden zwar einige undichte Leitungen gefunden, jedoch das meiste Wasser ist wohl an der Zuleitung weggelaufen.
Alle Gartenfreunde zahlen eine Umlage von 90,--DM.


1996
Wieder wird der Pachtzins von der Stadt angehoben. Diesmal auf 0,40 DM je Quadratmeter jährlich. Der Frust der Gartenfreunde ist riesengroß. Einige Gartenfreunde machen ihre Drohung wahr und kündigen ihre Mitgliedschaft.
Endlich gelingt es, wieder ein Sommerfest zu veranstalten. Es bringt einen Reinerlös von 1410,--DM.


1997
Die Wasserleitung wird vom Güldenwerther Hof bis ins Gartengelände mit vereinten Kräften endlich neu und tiefer gelegt. Eine Rolle mit Stromkabel wird für 500,--DM gekauft und das Kabel gleich mit in den Graben gelegt. Die Gesamtkosten für diese Aktion betragen rd. 15000,--DM.


1998
Im Vereinsheim findet die vom Kreisverband veranstaltete Weihnachtsfeier für Gartenfreundinnen statt. Unsere Frauen backten fleißig Kuchen, kochten Kaffee und dekorierten die Tische. Es wurde die bisher größte Teilnehmerzahl von 98 Gartenfreundinnen erreicht. Wegen andauerndem Schneefall sind jedoch alle recht schnell wieder weg.


1999
Der Vorstand ringt sich endlich durch, den Pachtvertrag mit der Heimpächterin zu kündigen. Der Vertrag wurde neu überarbeitet. Am 21. Dezember verlässt die Pächterin nach 10 Jahren das Gartenheim und übergibt dem Vorstand die Schlüssel.


2000
Der Verein beschließt keinen neuen Pächter für sein Gartenheim mehr zu suchen. Stattdessen wird es für Festlichkeiten angeboten. Vereinsmitglieder zahlen 50 DM, Fremde 100 DM.


2002
Der Vorplatz am Gartenheim wird mit einem Caport überdacht um auch bei Regenwetter Feste im trockenen zu feiern.


2003
Nun wird auch die Stromleitung unterirdisch verlegt. Die Masten der Überlandleitung sind morsch und drohen umzukippen. Die Arbeiten werden diesesmal von  Firmen ausgeführt.
Kosten 4710 Euro.
Das Verbrennen von Gartenabfällen wird vom Land NRW verboten.


2005
Im Gartenheim werden Anwohner aus dem Güldenwerther Hof von den Entsorgungsbetrieben Remscheid, über die bevorstehenden Arbeiten am neuen Regenrückhaltebecken und der Anbindung ihrer Abwässer daran, informiert. Auch der Vorstand wird informiert das der Bauverkehr komplett durch die Gartenanlage führen wird. Es wird nur noch auf die Genehmigung aus Düsseldorf gewartet.


2006
Das Dach des Gartenheims wird komplett erneuert. Überwiegend verrichten diese Arbeiten 4 Gartenfreunde die im Ruhestand sind. Viele Gartenfreunde gehen aber am Gartenheim vorbei als fände dort nichts statt.
Seit langer Zeit werden wieder mehrere Einbrüche verzeichnet.


2007
Der Ablauf der Gemeinschaftsarbeitsstunden wurde komplett geändert. Ab sofort gibt es 4 festgelegte Samstage an denen die Arbeiten erledigt werden müssen. Die Termine stehen rechtzeitig im Informationskasten so daß jeder Gartenfreund sich darauf einstellen kann.
Die Vereinssatzung wird vom Kreisverband überarbeitet und den Vereinen zum Übernehmen angeboten. Bei der Jahreshauptversammlung wird für die Übernahme der Neufassung gestimmt. Die Neufassung wird beim Amtsgericht eingereicht.



2008
Das hinter dem Gartenheim übergeblieben Stromkabel, das 1997 auf einer Rolle gekauft wurde, wurde von den Gfd. abisoliert und das blanke Kupfer zum Schrotthändler gebracht.
Von dem erzielten Gewinn von rd. 800 Euro errichteten die Gfd  auf dem Heimvorplatz eine Grillhütte. 
Die Arbeiten am Regenrückhaltebecken haben im Frühjahr begonnen. Baufahrzeuge fahren fast ununterbrochen durch unsere Gartenanlage. Durch den fehlenden Zaun haben auch die Rehe ungehinderten Zugang  zu den leckersten Sachen, zum Ärgernis der Gartenfreunde.
Für das Gartenheim werden neue Stühle und Tische gekauft. Kosten: 12.000 Euro.


2009
Die Bauarbeiten am Regenrückhaltebecken sind im Frühjahr beendet. Unsere Gartenanlage besitzt wieder rundherum einen Zaun und am Eingang ein neues großes Tor. Auch der Hauptweg und der linke Parkplatz bekommen eine neue Teerdecke.
Auf der ehemaligen Kippe werden im Herbst 8 Obstbäume gepflanzt.


2010
Die Küche des Vereinsheim bekommt einen neuen Anstrich. Die alten Möbel werden rausgeschmissen und durch neue ersetzt. Knapp 3000 Euro werden dafür benötigt.
Im Oktober wird auch für rund 750 Euro neues Geschirr angeschafft.
Im Dezember richtet unser Verein die Weihnachtsfeier des Kreisverband aus. Die Besucherinnen dieser Veranstaltung sind den ganzen Nachmittag, wegen einer
Unwetterwarnung mit viel Schnee, sehr unruhig.  Um 18:00 sind daher alle wieder weg.


2011
Zum 9. mal findet im Vereinsheim eine Weinprobe, mit dem Winzer Dieter Oster und seiner Frau Julia von der Mosel, statt. 52 Gartenfreunde kosten den lecker vergorenen Traubensaft.
Die Decke im Gartenheim wird neu gestrichen und es werden neue Gardinen angeschafft und aufgehangen.
Im September  wird ein IZAR ReceiverDisplay angeschafft.Das IZAR Receiver Display ist einbatteriebetriebener Funkempfänger mit Datenanzeige und USBSchnittstelle, er dient zur automatischen Erfassung vonRessourcenverbräuchen und zur Leckageüberwachung. Binnen 48 Stundenstellt das Gerät selbst kleinste Leckage fest und meldet akkustisch sowie optisch diese Störung, so das schnell eingegriffen werde kann und sich der Wasserverlust für den Verein in Grenzen hält. Verursacher können somit evt. Zeitnah ermittelt werden.
 

2012

Die Stadt baut an unsere Sickergrube das Gerät „SANO FIX“ an. Dieses Gerät bläßt mit Luft Bakterien, die auch in der Natur vorkommen, in die Grube. Diese Bakterien sorgen für die Zersetzung der Fäkalien. Dadurch brauchen wir nicht an der Kanalisation angeschlossen werden.

Stromverlust veranlasste die Mitgliederversammlung zu handeln. Es wird beschlossen, die alten Zwischenzähler (zum Teil älter als 50 Jahre) gegen regenerierte, geeichte, auszutauschen. Bernd Ackermann, der Elektrofachkraft ist, übernimmt die Austauscharbeiten.

 

Nach langer Zeit wird mal wieder in unser Vereinsheim eingebrochen. Alle Schlösser waren aufgebrochen nachdem sie durch das Küchenfenster eingestiegen waren.

Gestohlen wurde nichts.

 

2013

Das neue Gartenjahr beginnt erst im April, der Schnee und die Kälte weichten nicht früher.

Leider beginnt es auch mit einem erneuten Einbruch ins Vereinsheim. Wie erst zwei Wochen später auffiel wurden diesmal 20 Skatspiele gestohlen. Durch die entstandenen Schäden der Einbrüche bekommt unser Vereinsheim im Frühjahr eine neue Gastraumtür und im Sommer auch neue, einbruchshemmende  Rollläden. Kosten zusammen etwa 5000 Euro.

Das  Abschaffen der Glühbirnen macht es erforderlich das im Vereinsheim neue Lampen mit Halogenleuchten angebracht  werden. Mit Polizei hat das Jahr begonnen und mit Polizei wird das Jahr auch Enden. Mitte Oktober kommt ein Gartenfreund in seiner Laube zu Tode weil er diese mit einem Katalyofen beheizte. Diese Öfen verbrauchen unheimlich viel Sauerstoff. Der Gartenfreund ist eingeschlafen und erstickt. 


2014

Für die Terrasse werden 4  Tische  und 20 Stühle mit Rücken- und Armlehne angeschafft.  

Der Eigentümer von Haus 74 - 76 im Hof Güldenwerth verbietet schriftlich den Gartenfreuden die Zufahrt über sein Grundstück zur Gartenanlage. Einem Brief vom Verein mit dem Hinweis aufs Wegerecht schenkt er wenig Aufmerksamkeit. Polizei und Ordnungsamt werden immer wieder herbei gerufen. 

 

2015

Im Frühjahr ziehen heftige Stürme über das Land und fällen in der Gartenanlage einen riesigen Baum, der seinerseits den Zaun zum Regenrückhaltebecken beschädigt. 

 

2016

Der 14 Jahre alte PVC-Bodenbelag hat ausgedient. Nun schmückt ein Design-Laminat unser Vereinsheim.  

Neue Wasserzähler für alle - eine Verordnung, das nur geeichte Zähler eingebaut sein dürfen, zwingt uns zu dieser Massnahme. Nächste Eichpflicht ist 2022.


2017

Immer häufiger werden in verschiedenen Gärten Kothaufen gefunden und der Frust auf unsere Hundebesitzer steigt. Doch die Neugier einer Gartenfreundin läßt sie herausfinden, das ein Fuchs wohl der "Scheißer" ist. Und tatsächlich wird dieser auch gesichtet. Alle Gartenfreunde werden daraufhin hingewiesen, Obst und Gemüse das in Kniehöhe wächst, abzuwaschen.


2018

Das Jahr beginnt im März mit der Jahreshauptversammlung. Es gibt Änderungen im Vorstand. Schriftführer H. Kaiser beendet seine Vorstandsarbeit nach 24 Jahren, Fachberater G. Fresemann nach 22 Jahren und Kassenführer R. Kehe nach 15 Jahren.

 

Die Vereinsvorsitzende 

04.01.1920  -  04.04.1920    Hauptlehrer Spriestersbach  

05.01.1920  -  14.10.1923    Dr. Overhof                              

15.10.1923  -  13.01.1924    Hallerbäumer

14.01.1924  -  ?                    Karl Schröder

15.01.1939  -  22.03.1942    Herr Bosshammer

23.03.1942  -  20.01.1952    E. Engel

21.01.1952  -  26.01.1958    Richard Kühn jr.           

27.01.1958  -  17.01.1960    E. Engel

18.01.1960  -  02.10.1960    Heinrich Simon

03.10.1960  -  07.05.1961    Karl Schnell

08.05.1961  -  10.09.1966    Eugen Becker

11.09.1966  -  21.07.1967    Albert Furth

22.07.1967  -  19.02.1970    Ernst Römmelt

20.02.1970  -  08.03.1985    Otto Dehler

09.03.1985  -  20.03.1987    Friederich Piel

21.03.1987  -  15.04.1988    Helmut Neuenhausen

16.04.1988  -  01.05.1995    Friedmar Hempel

02.05.1995  -                        Michael Seuberth